8 Millionen

 

8 Millionen
wo sollen die wohnen
in welchen Zonen

wo sollen die schlafen
in welchen Enklaven

wo sollen die hausen
das ist ja zum Grausen

wo sollen die essen
das kann man vergessen

und all ihre Wagen
s ist nicht zum Ertragen

wo sollen die parken
die schwachen und starken

in welchen Etagen
der Tiefgaragen

die fressen sich munter
ins Erdreich hinunter

das Recht auf Stadt
wer das wohl hat?

Das System will wachsen
auf sämtlichen Achsen

trarii traraa -
die Geldwand ist da
die Geldwand ist da!

8 Millionen
wo sollen die wohnen
auf welchen Balkonen

wo sollen die pinkeln
in welchen Winkeln

wo sollen die saufen
wo soll’n sie sich raufen

das wird sich verschlimmern
mit unsern Zimmern

wir können nur träumen
von grösseren Räumen

das wird sich verteuern
man sollte das steuern

das kann nicht so bleiben
wen kann man vertreiben

bestimmt nicht die Reichen
die immer Gleichen

die lieben die Lilien
und Einfamilien-

häuser im Grünen
die muss man bedienen

die muss man begrüssen
mit Steuerfüssen

und offenen Armen
ja dann halt die Armen

oder die in der Mitte
ja bitte, bitte!

Das Recht auf Stadt
wer das wohl hat?

Das System will wachsen
auf sämtlichen Achsen

trarii traraa -
die Geldwand ist da
die Geldwand ist da!

8 Millionen
wo sollen die wohnen
wer zahlt die Pensionen

wer hütet die Kinder
die Alten nicht minder

wer pflegt all die Kranken
die dicken und schlanken

wer kennt sich noch aus
vor dem eigenen Haus?

In unseren Hemden 
da stecken die Fremden

in unseren Hosen
die Arbeitslosen

und unter den Sohlen
da glühen die Kohlen

drum rennt und rennt
bevor alles brennt

rennt um das Leben
die Erde wird beben

und wird sich schütteln
und wird an den Towers und Hochhäusern rütteln

die Erde wird lachen
sie wird sich verflachen

wird niemand verschonen
denn 8 Millionen

das ist ihr zuviel
dann ist sie am Ziel!

Klatscht in die Hände
das System ist am Ende

die Stadt versumpft
die Geldwand schrumpft

wir sind wie die Kelten
wir leben in Zelten

voll Trauer und Zorn -
und beginnen von vorn.

 

ein Rap, geschrieben für den IAPOP-Kongress „Global Burnout“ und vorgetragen am 28. April 2012 im Volkshaus Zürich beim offenen Forum „Der Raum wird eng – Wohnen und Zusammenleben in Zürich“

 

 
 
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